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Aus den Gerichtssälen: Den Chef bei Tinder angeboten

Während ich Ihnen diese Zeilen schreibe, finden wegen des Lockdowns und verheerender Schneefälle gerade keine Gerichtstermine statt. Das wird sich hoffentlich bis zur Lektüre durch Sie gelegt haben. Insofern lesen Sie heute von einem Fall, der es fast in die Gerichtssäle geschafft hätte…

 

Und es fing ganz harmlos mit einem Selfie an. Naja, irgendwie schon mit einem besonderen Selfie – nämlich eines mit dem eigenen Chef. Auf dem Foto war zwar mehr Chef als Mitarbeiter zu sehen, aber das könnte auch dem Ranking geschuldet sein und dem Umstand, dass der eigene Arm von nur begrenzter Länge ist. Da gilt es, Prioritäten zu setzen. Denkt man sich so als ahnungslos Betroffener …

 

Nun hat ja jeder so seine eigene Strategie neue Menschen kennen zu lernen, den Freundeskreis zu erweitern oder einen Partner zu finden. Dating Portale sind voll im Trend – insbesondere in einer Zeit, in der das soziale Leben fast zum Erliegen gekommen ist. Und man erspart sich auch viel Zeit, wenn man potenzielle Kandidaten einfach wegwischen kann. Im analogen Leben müsste man dafür anstrengende First Dates absolvieren.

 

In einem Mitgliedsunternehmen waren gleich mehrere Kollegen auf Dating Plattformen unterwegs. Eine dieser Plattformen war Tinder…

 

Da wurde den weiblichen Interessenten aus der Region immer wieder ein Herr als gutes Match vorgeschlagen. Nennen wir ihn hier mal Tobi. Tobis Foto zeichnete sich dadurch aus, dass er mittig auf dem Bild zu sehen war und zur Hälfte ein anderer Mann – vielleicht ein Kumpel – abgebildet war.

 

Und es kam wie es kommen musste. Eine Mitarbeiterin erzählte ganz überrascht einer Kollegin, dass ihr der eigene Chef als Match vorgeschlagen worden war. … Sie traute ihren Augen kaum und meinte:“ Guck mal, das ist doch der Tobi! Was macht der denn auf Tinder – er ist doch verheiratet?!“ (Und natürlich hat sie ihn weggewischt 😉.)

 

Nun, das fragte sich Tobi übrigens auch; insbesondere, da er glücklich verheiratet als Vater zweier Kinder gar nicht wusste, dass er auf Partnersuche war …

 

Mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und Wut kam es zu einem Personalgespräch. So ein Gespräch unter diesen Vorzeichen kann übrigens auch direkt zu einem Trennungsgespräch werden …

 

Der Mitarbeiter meinte, er könne die Wut vom Chef gar nicht nachvollziehen. Er habe doch seinen eigenen Namen und seine Sozialdaten eingesetzt und nicht die vom Chef. Und das Foto zeige ihn doch auch selbst – nur halt eben zur Hälfte. Es sei einfach das aktuellste Bild von ihm und er sei stolz drauf, dass es ihn mit seinem Chef zeige …

 

Das Learning: Die Frage nach Selfies mit dem Chef kann eine Falle sein 😉.