Neuigkeiten

Bald ist Schluss mit ISDN – das rät der Experte

Bis zum Jahr 2018 will die Telekom den ISDN-Anschlüssen endgültig den Gar ausmachen. Doch viele Unternehmen haben sich noch nicht mit der Umstellung auf All-IP befasst. Anton Niesporek, Geschäftsführer Fenicom, erklärt warum man zeitig handeln sollte und ob die Umstellung am Ende die Firmen weiterbringt und sogar die Kosten senken kann.

Bis 2018 sollen alle ISDN-Anschlüsse in Deutschland abgeschaltet sein. Warum eigentlich?

Die ISDN-Technik ist über 20 Jahre Jahre alt und mittlerweile einfach veraltet. Telefonate und Internet können mittlerweile ohne Probleme über eine Lösung laufen und die heißt eben künftig All-IP. Im Endeffekt entsteht so auch eine Kostenreduzierung für den Anbieter, da er sich beim Kunden nur noch um eine Technik kümmern muss, bei dem die Daten ein- und ausgehen. Auch der Kunde hat etwas davon: Da beim Anbieter die Kosten sinken, werden die Einsparungen sich unter Umständen auch für den Endverbraucher auswirken.

 

Was für Möglichkeiten entstehen denn durch die neue Technik?

Bei einem klassischen ISDN- Mehrgeräte-Anschluss haben Sie zwei Leitungen, wenn gleichzeitig drei Leute anrufen, was in vielen Unternehmen keine Seltenheit ist, dann bekommt der Dritte im Bunde ein Besetztzeichen. Mit All-IP gibt es dann vier, sechs oder acht Kanäle, deutlich angenehmer für Kunden und Unternehmen.

 

Ist es kompliziert in die neue Technik einzusteigen?

Für Firmen empfiehlt es sich aus meiner Sicht schon einen Fachmann mit dem Umstieg zu beauftragen. Wer sich an uns wendet, der wird vom ersten Schritt an, bis zur fertigen Umsetzung von uns begleitet. Am Anfang muss geklärt werden, ob die jetzige Telefonanlage über IP-fähige Router verbunden werden kann oder ob eine komplette Neuanschaffung nötig ist. Die Kosten die entstehen, müssen individuell kalkuliert werden. Das hängt stark von den Wünschen, Anforderungen und Gegebenheiten ab. Eine grundlegende Anforderung an die neue Telefonanlage – sie muss ALL-IP-fähig sein. Ein Faxgerät kann im Übrigen auch über All-IP betrieben werden. Die Telefonanlagen haben hierfür die passenden Schnittstellen.

 

Wie frühzeitig muss der Wechsel von ISDN auf All-IP denn geplant werden?

Ich muss an dieser Stelle sagen: Der kluge Unternehmer baut vor, denn die Umstellung kommt so oder so. Zudem können die neuen Telefonsysteme beide Techniken bedienen, sprich ISDN und All-IP. Wir führen täglich Gespräche mit Unternehmen und die Herangehensweise ist ganz unterschiedlich. Es sind aber auch immer wieder zurückhaltende Interessenten dabei, die lieber noch abwarten möchten. Das Abwarten birgt nicht nur Vorteile mit sich. Meine Empfehlung ist, rechtzeitig in die Planung einzusteigen.

Nun hört man bereits, dass die Umstellung im Geschäftskundenbereich gewaltig hakt – woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Auf der einen Seite sind es natürlich die Unternehmen, die sich noch nicht entscheiden können, auf der anderen Seite fehlt aber auch häufig die Infrastruktur. Es wird immer gefordert, dass sich die Unternehmen auf die Digitalisierung einlassen sollen und anpassen müssen, wenn dann aber nur eine 2000 DSL-Leitung zur Verfügung steht, wird es irgendwann schwer, Schritt zu halten. Immer wieder stelle ich fest, dass vor allem in Gewerbegebieten der Ausbau von bezahlbaren DSL-Anschlüssen nicht ausreichend zur Verfügung steht. Heute und in Zukunft muss in diesem Bereich dringend nachgebessert werden.