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Das Ende der Büros – was macht Corona mit den Flächen?

Der Büromarkt kommt weiterhin gut durch die Coronakrise: Trotz Homeoffice wollen die meisten Unternehmen keine Büroflächen loswerden, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Einige Firmen wollen aber umbauen, um mehr Raum für Austausch und Kommunikation zu schaffen. Wie sieht das in der Region aus?

 

Nach bisherigen Erkenntnissen ist der auch der Braunschweiger Büromarkt recht stabil durch das Corona-Jahr 2020 gekommen, so Stefan Lechelt, Geschäftsführer Altmeppen – Gesellschaft für Immobilienbewertung und -beratung mbH. Die aktuelle Diskussion über weniger oder mehr Büroflächen sollte aber vor dem Hintergrund gesehen werden, dass man sich immer noch in einer akuten Krise befinden, in der Homeoffice zuerst einmal zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit der Unternehmen diene. Daraus zu schlussfolgern, dass man zukünftig deutlich weniger Büros brauche, halte er für verfrüht. Insbesondere, weil die „Nebenwirkungen“ von Homeoffice vermehrt zu Tage treten.

 

„Die Negierung von u. a. Gesundheits- und Datenschutz bei Arbeitsplätzen im privaten Umfeld ist in einer Krisenlage vermutlich noch zu tolerieren. Bei einem Übergang zu normalisierten Verhältnissen wird vermutlich aber neben diesen Aspekten auch die tatsächliche Produktivität der Arbeit in den Fokus rücken. Erst dann ist eine umfängliche Beurteilung dieser Arbeitsform mit allen Vor- und Nachteilen möglich. Denn wir wissen alle, dass Homeoffice i. d. R. mit mehr Aufwand und „Reibungsverlusten“ verbunden ist.

 

Grundsätzlich gehe ich auch davon aus, dass wir nicht unbedingt weniger Fläche brauchen, sondern vielmehr Flächen anderer Qualitäten. Die Anforderungen an die jeweilige Bürofläche sind dabei aber sehr unternehmensspezifisch.
Wie sieht es damit bei uns in Braunschweig aus? Im letzten Jahr haben wir auf dem Büromarkt in Braunschweig die komplette Bandbreite gesehen. Von größeren Unternehmen, die sofort einen Teil ihrer Büroflächen loswerden wollten, bis zu expansiven Firmen, die händeringend neue Flächen suchten. Ein erheblicher Teil der Unternehmen ist aber vor allem verunsichert und wartet die aktuelle Krise eher ab. Das hat den einen oder anderen motiviert, den bestehenden Mietvertrag erst einmal zu verlängern. Denn oftmals ist die Entscheidung über weniger Fläche nicht durch Homeoffice getrieben, sondern schlicht durch den Abbau von Arbeitsplätzen. Daher sehe ich in der wirtschaftlichen Entwicklung der Region den größten Treiber für die zukünftige Entwicklung auf dem Braunschweiger Büromarkt. Aufgrund der überwiegend durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägten Bürolandschaft und des vergleichsweise moderaten Mietniveaus halten sich auf Unternehmensseite die monetären Effekte einer Verringerung der Büroflächen in Grenzen. Denn ein Unternehmen wird nicht dadurch wirtschaftlich erfolgreich, dass es weniger Büroflächen anmietet.
Homeoffice respektive mobiles Arbeiten wird m . E. aber in den meisten Firmen zukünftig fester Bestandteil von flexiblen Arbeitsstrukturen sein. Wir werden das Rad nicht zurückdrehen, sondern das für das jeweilige Unternehmen mit seinen Mitarbeitenden sinnvolle Modell wählen. Daher bin ich für die weitere Entwicklung des Braunschweiger Büromarkts recht optimistisch!“, so Lechelt.