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Der AGV im Gespräch mit… Burkhard Rösner

Wenn man einen Traum hat, ist Aufgeben keine Option. Sein Traum: Eine Alm im Harz. Sein Name: Burkhard Rösner. Seine Erfolgsquote: 100 %. Er hat 8 ½ Jahre auf die Baugenehmigung gewartet, Banker und Bürgerinitiativen überzeugt, dass seine Idee gut und richtig ist und betreibt die Steinberg Alm „Zum Rösner“. Er ist seit über 20 Jahren Handelsvertreter für Beleuchtungstechnik – sozusagen der Herr des Lichts und kann „im Nebenjob“ auf der Alm 200 bis 250 Gäste bewirten. Lesen Sie hier weiter, wenn Sie wissen wollen, was Elke Fasterding erfuhr.
„Ich brauche keinen Urlaub. Wenn ich morgens um halb sieben vom Forsthaus zur Alm gehe, auf der Terrasse sitze und bei einer Tasse Kaffee über Goslar schaue, dann ist das für mich wie Urlaub“, sagt Burkhard Rösner zufrieden. Abschalten kann er auch, wenn er in Brandenburg auf die Jagd geht, erfahre ich. Seine hübsche Frau Carmen – selbst Gastronomin – , die gute Seele der Alm und sein top Back – Office – gesellt sich dazu und erwähnt schmunzelnd, dass sie sich schon an einen Urlaub erinnere: Sie sei mal eine Woche allein im Urlaub gewesen. Tauchen sei ihre Passion. Ein Power – Couple und ein eingespieltes Team – betreibt Carmen Rösner doch auch noch das Hotel Garni in der Goslarer Altstadt mit 15 Zimmern.

Die Steinberg Alm

Auf der Steinberg Alm wird das Essen frisch zubereitet. Convenients gibt es hier nicht. Gute Köche, die auch ohne Convenients kochen können, sind rar. „Köche zu bekommen ist wie ein Sechser im Lotto. Ich habe gute Eckpfeiler hier im Unternehmen.“, sagt Burkhard Rösner stolz. Der Schwerpunkt liegt bei der Alm auf Wild und das Schnitzel wird noch von Hand geklopft, erfahre ich im Gespräch. Bei großem Besucherandrang dauert alles schon mal ein bisschen, aber das nimmt man bei der dann folgenden Geschmacksexplosion gern in Kauf. An manchen Tagen gehen mehrere hundert Essen raus. Beschäftigt sind inkl. Aushilfen ca. 25 Personen. Sonntags kann man ab 8.30h (Anmeldung erforderlich) das super Almfrühstück genießen. Aufschnitt, Käse, Speck kommen von einem kleinen Metzger und einer kleinen Käserei in Südtirol. „So ein Objekt kann man immer nachbauen, aber die Lage mit diesem Blick ist einmalig.“, schwärmt Burkhard Rösner. Die Alm wird immer mehr von Firmen als coole Location für Veranstaltungen und Tagungen gebucht und das macht Burkhard Rösner auch Spaß. Dann holt er die Feuerschalen raus und Fackeln säumen den Weg bis zum Parkplatz. In dem fahrenden Holzbackofen, der vor der Alm steht, werden dann große Wildschweinkeulen zubereitet. „Das macht kein anderer. Ich lege Wert darauf, dass wir immer mal wieder etwas Neues haben.“, sagt Burkhard Rösner. Die Alm ist auch im Winter gut erreichbar. Die Wege und der Parkplatz werden mit dem firmeneigenen Radlader mit Schneepflug geräumt. Und dann ist da auch noch der Shuttle – Service für Menschen, die mit Rollstuhl & Co. unterwegs sind. Alles gut durchdacht von Burkhard Rösner.

 

Etabliertes Format ist auf der Alm der Steinberg Dialog, den er zusammen mit Martin Burghartz, dem ehemaligen Frontmann von PR Nord, ins Leben gerufen hat. Da treffen sich die Entscheidungsträger der Region zu Vorträgen und zum Netzwerken und genießen im Anschluss ein Stück Damwild. Silvester wird übrigens von 11.00h bis 18.00h auf der Alm gefeiert. Manche Gäste gehen danach auf die nächste Feier, für andere geht das Jahr bereits zu diesem Zeitpunkt zu Ende …

 

Die Alm war auch schon mal Filmkulisse und Burkhard Rösner hatte die Schauspieler George Clooney, John Goodman und Bill Murray zu Gast. Auch Helmut Zierl kehrte hier ein und sagte, dass er gern unerkannt essen wolle. Burkhard Rösner antwortete ihm spontan:“ Kein Problem. Für mich seid Ihr alle gleich.“ Welchen prominenten Gast er gern mal hätte? Barak Obama. Sein Wunsch wäre auch ein großes Event mit dem NDR und Volksmusik.

 

Der Chef

Burkhard Rösner ist authentisch und er ist uneitel. Manche seiner Gäste sprechen seinen Musiker, der in bayrischer Kluft mit seiner Steirischen Harmonika an Sonntagen und zu Veranstaltungen erscheint, mit „Chef“ an. Das tangiert ihn gar nicht. Auf der Alm ist Burkhard Rösner übrigens auch für die Deko verantwortlich. Und auch das gelingt ihm ausgesprochen gut. Die Tische und Bänke auf der Terrasse sind aus dem Fichtenbestand, der sich vor dem Bau der Alm auf der Fläche befunden hatte. Am Forsthaus hat er ein kleines Sägewerk, in dem er mit seiner Frau die Bohlen und Bretter für die Alm geschnitzt hat. Im liebevoll dekorierten Speiseraum finden sich Leitern unter der Decke, ein Gartenzaun zwischen den Tischen ist seine Idee und eine Ofenstelle ist sein Stolz. „Hier steht ein Passat“, sagt Burkhard Rösner schmunzelnd. Der Kachelofen kann auch Warmwasser zubereiten und der kleine Ofen daneben dient nicht nur dazu eigenes Brot zu backen.

 

Die besten Ideen kommen Burkhard Rösner unterwegs und wenn er interessante Details sieht, werden sie gleich mit dem Smartphone festgehalten. Seine Lieblingsjahreszeit ist der Herbst. „Ich mag’s, wenn ‘s windig und stürmisch wird und die Blätter ihre Farbe verlieren.“, sagt Burkhard Rösner. Lachend fügt er hinzu, dass das auch dem Umstand geschuldet sei, dass ihn dann der Heuschnupfen nicht mehr plage. 12 Jahre lang hat er im Hauptjob die ganzen Nordsee – Filialen beleuchtet. Dabei hat er eine Menge Einblicke in die Gastronomie gewonnen. Gerade hat er bei der TU Braunschweig 1.500 Sonderleuchten abgewickelt. Als nächstes wird das große Landgericht Magdeburg für über 30 Millionen Euro komplett saniert und Burkhard Rösner ist in Sachen Beleuchtung dabei. In allen seinen Jobs gilt für ihn: Ein Mann – ein Wort.