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Der AGV im Gespräch mit …Edwin Hribek

Sage und schreibe 800 Farbtöne können aus 160 Produkten abgebildet werden. 1,2 Tausend Tonnen Farbe werden jährlich hier in Braunschweig produziert. In circa 35 Länder wird exportiert – prominente Kunden waren jüngst die Royales, Prinz Harry und seine Frau Meghan. Statt Farbgeruch zieht ein Hauch von Orangenöl durch die Firmenräume. Ich traf den Herrn der Naturfarben, den Vorstand der AURO Pflanzenchemie AG, Herrn Edwin Hribek. Er sagt: „Unser Siegel ist die Marke.“ Lesen Sie hier was Elke Fasterding im Interview erfuhr. 1983 gründete der Chemiker, Dr. Hermann Fischer, die Fa. AURO – seinerzeit als GmbH. Seine Vision waren schon vor 36 Jahren exzellente Farben und Öle, die Bio – Qualität haben und ganz ohne Mineralöl auskommen. 

AURO Pflanzenchemie

Die Pflanzen waren für den Naturwissenschaftler wie Chemiefabriken. Insofern ist der Zusatz „Pflanzenchemie“ bezeichnend gewählt. Der Firmengründer studierte lange in Büchern und alten Überlieferungen, um zu erfahren wie aus Pflanzen Farbstoffe, Öle, Wachse und ähnl. gewonnen werden können, die alle Vorzüge ausgezeichneter Produkte in sich vereinen: Leuchtkraft, Farbechtheit, Langlebigkeit, Deckkraft und doch den Ursprung in ausgewählten Produkten der Natur haben. Schon damals hatte er ein eigenes Labor eingerichtet. Von den heute 47 Mitarbeitern sind 6 Personen im Labor permanent damit beschäftigt, den hohen Qualitätsstandard zu überwachen und die Produktpalette zu erweitern. Die Nachhaltigkeit war Dr. Hermann Fischer ein großes Anliegen, das bis heute beeindruckend umgesetzt wird. Doch dazu später mehr.

Der Firmensitz hier in Braunschweig ist eine frühere Dosenfabrik. Der Firmenname AURO ist ein kleines Geheimnis, das Edwin Hribek für mich gelüftet hat: Es war der Name der Puppe der Tochter des Firmengründers…

Leidenschaft fürs Kochen

Edwin Hribek ist seit 16 Jahren bei AURO tätig. Er ist Vorstand und Aktionär und im Gespräch merkt man ihm seine Begeisterung für das Firmenkonzept an. Sein Vater ist Deutscher, seine Mutter Italienerin, geboren ist er in Istanbul. Sein Temperament beschreibt er mit „normal“, wird aber lachend von Nadine Schrader, der die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit obliegt, mit „lebendig“ korrigiert. Edwin Hribek kocht leidenschaftlich gern und nach eigenen Angaben auch ganz akzeptabel. Er liebt es, auf Märkten frische Bio Produkte zu kaufen und gesunde Mahlzeiten zu kreieren. Dabei bevorzugt er – genetisch vorbelastet – die mediterrane Küche. Handwerklich begabt sei er dagegen überhaupt nicht, erklärt er lachend.

Die Welt der Naturfarben

Eine klassische Definition für Naturfarben gibt es nicht. Es werden Extrakte der Pflanzen und ihre Farbstoffe verwandt. Die Pflanzenstoffe werden dabei flankiert durch mineralische Stoffe wie Kalk und Öle wie Leinöl. Alle Rohstoffe von AURO sind teuer. Die Öle haben soweit erhältlich kbA Qualität, das heißt, sie kommen aus kontrolliert biologischem Anbau. Angeliefert wird in großen Säcken und Behältern. Da finden sich z.B. Orangenöl, Rosmarinöl, Harze und Wachsplättchen von Bienen- und Carnaubawachs Ich erfahre, dass das Carnaubawachs entsteht, wenn die Palmwedel schwitzen und das was dann abperlt, mühsam aufgefangen wird. „Da kommt nicht zweimal die Woche ein Laster mit Grünzeug.“, sagt Edwin Hribek lachend. Am Firmensitz in Braunschweig wird fast 100 % produziert. Reinigungstücher aus Bio – Vlies, die mit einem Wachs getränkt sind und kompostierbar sind, werden aber z.B. von einer anderen Firma mit den von AURO gelieferten und frei gegebenen Komponenten fertig gestellt. AURO hat am Firmensitz zwischen 250 und 300 Tonnen Farbe auf Lager. Die Rezepturen der Farben sind den 6 Labormitarbeitern bekannt. 

Eine Ode an die Umwelt

Über die Nachhaltigkeit von AURO könnte er stundenlang reden, sagt Edwin Hribek. „Wir machen die Naturprodukte nicht nur, um etwas zu verkaufen. Wir betreiben den biologischen Ansatz mit einer großen Ernsthaftigkeit. Das beginnt mit Regenwasseraufbereitung, dem Betrieb einer Photovoltaikanlage, Versand ohne Plastik usw. Der ganze Bau des Firmengebäudes ist ökologisch mit Holzfenstern und Vollholzparkett und Möbeln. Wir haben eine sehr große Stabilität im Vertrieb und damit ein enormes Fachwissen rund um Fragen und Probleme in Europa. Wir verstehen uns als Marke und sehen es deshalb als unsere Aufgabe immer weitere Nachfrage für die Marke zu schaffen.“, vermittelt Edwin Hribek authentisch. Die Farbreste sind vom Endverbraucher bei den Sammelstellen abzugeben. In der Produktion am Firmensitz werden die Farbreste gesammelt und gereinigt. „Das Abwasser von uns hat praktisch Trinkwasserqualität. Alle Farbreste werden sodann getrocknet und in den Naturkreislauf integriert, da sie kompostierbar sind.“, erläutert Edwin Hribek nicht ohne Stolz. Am Ende wird mir dann noch die neue Bindemittelanlage gezeigt, die insgesamt 2 Mill. Euro gekostet hat und von der EU und der Stadt BS gefördert worden ist. AURO kann mit dem selbst entwickelten Bindemittel die Naturfarben schneller trocknen lassen und hat sich damit erneut selbst optimiert. Es weht nicht nur der Duft von Orangenöl durch die Firmenräume, sondern auch der Erfindergeist …