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Der AGV im Gespräch mit… Frank Bleitner

Er ist Geschäftsführer von 3 Firmen und Vorstandsmitglied einer Innung. Er hat BWL studiert und on top den Fachwirt Reinigungs- und Hygienetechnik in der Tasche. Seine Branche ist die Gebäudereinigung. Bei ihm zu Hause putzt die ganze Family…. Zum Ausgleich war er seit seinem 4. Lebensjahr viele Jahre im Fechtsport aktiv. Er bevorzugt den Degen. „Angriffsfläche ist der ganze Körper.“, erklärt er schmunzelnd. Er läuft gerne Marathon, fährt  gern Fahrrad und Motorrad. Ich traf Frank Bleitner – Geschäftsführer u.a. der Fa. W. Buttmann GmbH & Co. KG. 

Die Fa. Buttmann hat ca. 1.000 Arbeitnehmer – 90% haben ihren Arbeitsplatz beim Kunden und machen auch dort Feierabend. Für Frank Bleitner ist es ein eher mittelständischer Betrieb im Vergleich zu Marktführern mit bundesweit 40.000 Mitarbeitern. 

Was ihn an der Gebäudereinigung reizt

Gebäudereiniger ist ein Handwerk. Es ist aber ein Ausbildungsberuf, der dann genommen wird, wenn keine „technische“ Ausbildung wie Mechatroniker oder Tischler, Schreiner, Maler usw. im Vordergrund steht. In der Fachabteilung bei Fa. Buttmann finden sich ca. 80% Männer, bei den ungelernten Kräften in der Unterhaltsreinigung ist das Verhältnis umgekehrt. 

In der Branche herrscht nicht nur Fachkräftemangel, sondern ein genereller Personalmangel. Sozialunverträgliche Zeiten vor und nach dem Arbeitsbeginn anderer sowie das Image (reinigen – das wegmachen, was andere liegenlassen) machen es nicht leichter. Und dabei ist er emsig auf Messen unterwegs und fährt mit Steigern auch mal in Schulen vor. Eng ist auch die Kooperation mit dem Jobcenter. Lachend fügt er an: “Das Jobcenter ist die einzige Institution, die ich kenne, die gern ihre Kunden an andere abgibt.“

Frank Bleitner faszinieren die vielfältigen Kunden aus allen Branchen mit höchst unterschiedlichen Nutzungsstrukturen. Das „concept services“ hat er um einen Malerbetrieb, einen Sanitärbetrieb und einen Hausmeisterdienst erweitert, die er in 2018 übernommen hat. Irgendwas ist immer – Fa. Buttmann ist breit aufgestellt. „Die Zusammenarbeit mit uns soll für jeden Vertragspartner ein Mehrwert sein. Und das Schöne in unserer Branche ist: Immer, wenn wir gehen, ist es schöner als vorher.“, sagt Frank Bleitner lachend.

1995 hatte Frank Bleitner in der Branche Gebäudereinigung als Assistent der Geschäftsleitung begonnen und war dann in dem Unternehmen Niederlassungsleiter geworden. Dort hatte er alle Bereiche der Branche kennengelernt. Als logische Weiterentwicklung kam dann 2002 der Wechsel nach Braunschweig zur Fa. Buttmann und dort dann der direkte Einstieg als Geschäftsführer. Mit seinem damaligen Unternehmen verbindet ihn heute neben den persönlich sehr guten Beziehungen die gemeinsame Tochtergesellschaft SESCO Gebäudedienste GmbH, bei der er ebenso Geschäftsführer ist wie bei dem Zeitarbeitsunternehmen, der Margarete Wächter GmbH.

Digitalisierung ist in der Branche kein Jobkiller

Reinigungsroboter sind bei ihm noch nicht im Einsatz. Aber er sieht die Zukunft für sie eher unkritisch, nämlich beschränkt auf Sporthallen, die nachts auf diese Weise gereinigt werden könnten, oder lange Flure in Schulen etc. Sicher aber werden sie keine Alternative für die Reinigung von Patientenzimmern oder Büroräumen sein, denkt Frank Bleitner. Und sie werden auch nie eine gute Beratung ersetzen können … Bei einem Auftrag nur zur Feuchtreinigung können z.B. Kaffeeflecken auf Tischen zurückbleiben, weil diese ein Fall der Nassreinigung sind ;-), erfahre ich. Die Nassreinigung umfasst nämlich die Entfernung von haft- und aufliegenden Verschmutzungen. Oh ha – man lernt nie aus und jede Branche hat ihre eigene fachspezifische Sprache.

Freizeitaktivitäten

Frank Bleitner ist gern aktiv. Seine Freizeit verbringt er – jahreszeitabhängig – gern draußen. Im Sommer fährt gern Mountainbike und Motorrad. Den Motorradführerschein hat er in 2016 gemacht. Im Winter trifft er sich gern mit Freunden und er kocht auch gern. Er kann allerdings nicht gut kochen wie er lachend hinzufügt. Letzten Sommer hat er einen Grillkurs am Webergrill absolviert und der neue heimische Herd verfügt über eine Chefkochtaste, von der er sich Support erhofft … Da ist noch Luft nach oben.

Wie er Erfolg empfindet

Ich frage ihn:“ Wenn Sie Erfolg haben, empfinden Sie ihn dann als Druck, weil die Erwartungen steigen werden oder empfinden Sie weniger Druck, weil Sie sich entspannen können?“

„Ich empfinde Erfolg nicht als Druck. Es macht Spaß für etwas zu arbeiten, das am langen Ende in positive Resultate mündet. Eine Entspannung ist es aber auch nicht. Ich überlege dann weiter wie ich die Dinge entwickeln oder erneut verändern kann. Auf Erfolg ruhe ich mich nicht aus. Es ist eine positive Triebfeder für mich.“, so Frank Bleitner.

Wie er über Trinkgelder denkt

„Finden Sie Trinkgelder in Ordnung?“, möchte ich wissen. „Ja. Ich finde es nur dann nicht in Ordnung, wenn es Arbeitgeber als eine Art Lohnersatzleistung sehen und in ihre Vergütungskalkulation einfließen lassen. Das finde ich im Rahmen unserer Solidargesellschaft unpassend“, antwortet er. 

Der Realisierungsgrad seiner Lebensplanung

„Wie hoch ist der Realisierungsgrad Ihrer bisherigen Lebensplanung?“, frage ich gespannt.„Die Frage ist gut.“, entgegnet Frank Bleitner nachdenklich. „Ich habe keinen Lebensplan in dem Sinne, dass da ein Ziel ist, das ich unbedingt erreichen möchte. Es gibt so viele Dinge, die mich interessieren und die ich versuche zu realisieren. Wenn morgen tatsächlich der letzte Tag wäre, dann würde mir – Stand heute – nichts fehlen. Abgesehen davon, dass ich ein Riesenproblem hätte, meine Kinder heute schon alleine zu lassen.“

Frank Bleitner hat zwei Töchter, die 17 und 13 Jahre alt sind. 

Sein Lebensmotto ist: „Einfach mal machen und anfangen!“ Wichtig ist für ihn, dass man offen, ehrlich und klar im Umgang miteinander ist.

Mit wem er gern mal eine Tasse Kaffee trinken würde

Er sagt: „Ich würde gern mal Reinhold Messner treffen und ihn fragen wie man es schafft, durch sein Denken seine körperlichen Grenzen zu verändern.“