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Der AGV im Gespräch mit… Jonas Karnagel

Sein Vater ist Künstler, sein Onkel (Wolf Karnagel) der Designer, der das am meisten gestohlene Flugbesteck der Lufthansa designt hat. Er selbst hat Kunstgeschichte und Grafikdesign studiert. Vor mir sitzt lässig und entspannt der Künstler, Designer und Dozent, Jonas Karnagel. Er sagt:“ Der christliche Glaube, inklusive aller Zweifel, gehört zu meinem Leben und auch zu meinen Arbeiten.“

 

Worin unterscheiden sich Ihre Arbeiten von den Kunstwerken anderer?

„Ich glaube die Technik ist außergewöhnlich, der damit verbundene gedankliche Überbau, der mit Zerstörung, Reparatur, Tod und Auferstehung zu tun hat und last but not least die strukturierte reliefartige Oberfläche vieler meiner Arbeiten.“, so Karnagel. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich viel mit dem Tod und der Auferstehung. Am Tod fasziniert ihn das Unvermeidliche. Auch die Frage, was danach kommt, lässt ihm keine Ruhe.

 

Welches minimale Unterhaltungsangebot erwarten Sie Im Jenseits?

„Ich weiß nicht, ob man großartige Erwartungshaltungen aufbauen sollte, was die Unterhaltung im Jenseits betrifft. Ich befürchte, die entsprechenden Dienstleister agieren kundenunabhängig …“, so Karnagel schmunzelnd. Beerdigungen hält er für wichtige soziale Ereignisse und es gibt Beerdigungen, auf denen er nicht fehlen möchte, wenn es soweit ist.

 

Von Kunst zu leben, ist nicht gerade einfach. Wie sieht das mit Ihren Arbeiten aus?

„Glücklicherweise bin ich nicht nur aus Überzeugung Künstler, sondern auch Designer und Dozent. Im Grafik-/Kommunikationsdesign und auch was Schulungen betrifft, sind Aufträge/Kunden leichter zu finden. Trotzdem freue ich mich natürlich über jeden begeisterten Kunden/Käufer.“, erklärt Karnagel. Einen Feierabend kennt er nicht. Die Preise seiner Arbeiten beginnen im mittleren zweistelligen Bereich und enden im mittleren vierstelligen Bereich. Die meisten Arbeiten bewegen sich zwischen 100€ und 1.000€. Wer also erschwinglich an einen echten Karnagel kommen will, hat zur Zeit noch gute Erfolgsaussichten. Das bezieht sich allerdings nur auf die Werke. Der Künstler selbst ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

 

Welchen Auftrag hätten Sie gern?

„Im Kunstbereich wäre ein Auftrag aus dem Bereich der Kirche interessant. Im Designbereich freue ich mich besonders über Aufträge im illustrativen Bereich, wie z. B. die Erklärfilmchen, bei denen ich für das Braunschweiger Stadtmarketing zeichnerisch tätig sein durfte (Die Sage um Heinrich und seinen Löwen, Wer war Herzog Anton Ulrich, Die Reformation in Braunschweig). Da stand jeweils kein großer Etat zur Verfügung, entsprechend waren keine Reichtümer zu verdienen, aber inhaltliche Auseinandersetzung und zeichnerische Umsetzung machten mir großen Spaß – nicht zuletzt weil die Verantwortlichen vom Stadtmarketing sich voll reinhängten. Die Filme sind übrigens alle bei YouTube abrufbar. Plakat- und Buchgestaltungen, Logo-/Signet- und ganze Corporate-Design-Entwicklungen mache ich ebenfalls im konstruktiven Austausch mit meinen Auftraggebern leidenschaftlich gern, z. B. für das Israel Jacobson Netzwerk und seine engagierten Vertreter. Hinzu kommen neue Herausforderungen. Letztens habe ich eine Medaille für die BELS, die Brunswick European Law School an der Ostfalia, gestaltet. Das war eine neue Erfahrung, denn alle möglichen Printprodukte, aber auch rein digitale Gestaltungen hatte ich bereits in Fülle gemacht, eine Medaille jedoch noch nicht. Das würde ich jederzeit wieder mit Begeisterung tun.“, so Karnagel, der ein Exemplar der Medaille auch dabei hat. Es geht doch nichts über gute Vorbereitung. Auf der Medaille ist die Aequitas dargestellt. Sie ähnelt der Justitia, ist aber nicht blind und trägt auch kein Schwert. Die Aequitas ist eine antike Göttin – sie steht für Recht und Wirtschaft und hält eine Waage, ein Füllhorn und ein Zepter.

Was Karnagel schon immer gern mal gestalten wollte, ist eine Briefmarke…. Es faszinieren ihn daran, die kleine Fläche und die illustrative Aufgabe. Einen Einblick in seine Werke gibt nicht zuletzt seine Homepage www.karnagel.com.

 

Sie haben an der HBK Braunschweig unterrichtet und unterrichten an der Philipps-Universität Marburg. Gibt es im Bereich der Kunst auch einen Mangel an Studenten?

„Nein, Kunststudenten gibt es ausreichend. Allerdings unterrichte ich weniger Kunststudenten als vielmehr Designer, Geisteswissenschaftler, Gestaltungsinteressierte etc. Ich mache z. B. Schulungen zur Gestaltung von Wissenschaftspostern, biete aber auch einen künstlerischen Kurs an der Volkshochschule in Braunschweig (Crossover – alles ist erlaubt) an.“, führt Karnagel aus.

 

Wieviel Erfolg brauchen Sie ganz persönlich?

Soviel wie möglich ☺.