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Im Gespräch mit… Maria Isabel Cáceres Guerrero und Marianne Wandt

Marianne Wandt und Maria Isabel Cáceres Guerrero engagieren sich seit 2006 als Gründungsmitglieder in der International WoMens’s Association Region Braunschweig e. V. (IWA-BS). Der Verein bietet eine Plattform für soziale Kontakte, Networking und eine Vielzahl an Aktivitäten, sowie Unterstützung für diejenigen, die entweder aus dem Ausland oder Inland neu in die Region Braunschweig gezogen sind oder nach einem Aufenthalt in der „Fremde“ zurückkehren.

„Häufig gehen die Männer arbeiten und die Frauen sitzen allein zuhause, die Sprache fehlt, einige werden sogar depressiv, weil sie keinen Anschluss finden. Wir haben uns damals entschlossen, dass wir dagegen etwas tun wollen. Wir sind aufgrund der Entstehungsgeschichte der IWA-BS ein Verein von Frauen für Frauen und ihre Familien. Die IWA-BS besteht aus ca. 150 Frauen aus 25 Ländern. Die berufliche Realität war zum Gründungszeitpunkt so, dass vorwiegend Männer als Expat entsendet wurden und die Ehefrauen bzw. Lebenspartner: innen sie begleiteten. Heutzutage werden vermehrt Frauen als Expat entsendet und die (Ehe)partner: innen begleiten sie. Daher hat die IWA-BS auch das Logo und den Namen entsprechend abgeändert. Laut unserer Satzung waren von Anbeginn aber auch Männer bei der IWA-BS willkommen. Wir sind ein nichtstaatlicher, nicht konfessioneller und gemeinnütziger Verein, der ausschließlich ehrenamtlich geführt wird“, berichtet die neue Präsidentin Maria Isabel Cáceres Guerrero, die nach 16 Jahren das Amt von Marianne Wandt übernimmt, die dem Verein aber natürlich treu bleibt. Besonders für die Partner der Expats, die in die Region kommen, sei der Verein ein super Anlaufpunkt.

 

Vielzahl an Aktivitäten

 

Es ist eine Vielzahl von Projekten, die der Verein in den vergangenen Jahren ins Leben gerufen hat. Man merkt im Gespräch sofort, wie sehr den beiden Damen das Thema am Herzen liegt und wieviel Liebe in den Aktivitäten steckt. Ob ein gemeinsames Frühstück, Besuche im Theater oder anderen Kultur-Events, Ausflüge in den Landtag oder einfach ein Austausch bei einem Kaffee, es gibt soviel Angebote, das für jeden etwas dabei ist. Außerdem organisiert der Verein verschiedene Gruppen, die sogenannten „interestgroups“, bei denen den Mitgliedern die Möglichkeit gegeben wird, ihren Interessen entsprechend aktiv zu sein und andere Gleichgesinnte kennenzulernen. Dazu gehören zum Beispiel: Konversationsgruppen (italienisch, englisch, deutsch, spanisch), Sportliche Aktivitäten (Laufgruppe, Nordic Walking, Pilates) ein Literaturkreis, Malen oder der Welcome Circle (Neue bei der IWA lernen Neue kennen, erste Hilfe für das Leben in Braunschweig).

 

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Foto mit dem alten und dem neuem Vorstand. Von links: Diana Papp-Groschopp, Andrea Reinhart, Martina Sawalsky, Marianne Wand; neuer Vorstand Maria Isabel Cáceres Guerrero, Ute Mattfeld, Monica Quezada Bonilla und Claudia Metzkat. Auf dem Foto fehlen Paula Schnackenberg und Birgit Carls-Eisenberg.

 

„Es ist eine Herzensangelegenheit den Verein zu führen“

„Es ist eine Herzensangelegenheit den Verein zu führen und das Projekt weiter zu begleiten, ich kenne als Spanierin das Thema Integration aus dem alltäglichen Leben und weiß wie schwer es sein kann Anschluss zu finden“, erzählt Maria Isabel Cáceres Guerrero. „Man muss die Hemmschwellen möglichst niedrig halten, um den Zugang zu erleichtern“, ergänzt Wandt. Allein die kulturellen Unterschiede und die Sprachbarriere würde am Anfang oft genug Probleme bereiten. Beispiel gefällig? „Ein Mitglied berichtete davon, dass zum Abendbrot eingeladen wurde und sich riesig auf ein Festmahl freute. Im Nachgang stellte sich heraus, dass es ganz typisch für Deutschland nur Brot und Aufschnitt gab und wenig Glamour. „Mir ist es zum Beispiel passiert, dass ich zu einer Hochzeit eingeladen wurden und die Kinder nicht, in Spanien ein absolutes Unding“, weiß Cáceres Guerrero zu erzählen. Ein Satz der den beiden Frauen stets im Gedächtnis geblieben ist: „Dank meinem Mann lebe ich in Braunschweig – Dank der IWA überlebe ich in Braunschweig“. Das sei auch immer wieder ein Antrieb, um diese ehrenamtliche Tätigkeit seit so vielen Jahren auszuüben. In diesem Zusammenhang ist auch das passende Nachschlagewerk entstanden: „Settling In – IWA Guide für die Braunschweig Region“. Das Guidebook ist das Ergebnis persönlicher Empfehlungen von Mitgliedern und Freunden. Alle wichtigen Adressen, Wochenendaktivitäten, sehenswerte Orte sind im Buch enthalten und echte Insider Tipps. Allerdings auch alltägliche Dinge wie z. B. Mülltrennung.

 

Die Familie an erster Stelle

 

Worüber im Verein gesprochen wird und worüber man sich austauscht? „Ein zentrales Thema unter den Mitgliedern ist immer die Familie, der Spracherwerb, die Schulbildung und wie kommt man in Kontakt mit Menschen“, das hat sich in den Jahren kaum verändert, so Wandt. Dazu hat Sie noch einen besonderen Tipp parat. Wer keine Kinder hat, dem fällt es oft noch schwerer irgendwo Anschluss zu finden. Hier kann ein Hund super Abhilfe schaffen, wenn man Tiere mag. „Das kann echt ein guter Eisbrecher sein, können wir aus der Erfahrung festhalten.“ Natürlich ist auch das Thema Wirtschaft und Beruf ein wichtiges Gesprächsthema im Verein. Das immer noch zu wenig Frauen in Führungspositionen zu finden seien, liegt aus Sicht der Beiden auch immer noch an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, hier sei weiterhin Nachholbedarf. Für die kommende Amtszeit möchte Cáceres Guerrero den Fokus auf die Nachwuchsgewinnung legen. „Unsere Mitglieder sind multi-lingual mit unterschiedlichster Vergangenheit, weltoffen, aktiv, interessiert, immer auf Achse und in Bewegung und es dürfen gerne noch weitere dazu kommen“, erzählt Sie.

Für weitere Infos gibt es einen Instagram Account: iwa_bs sowie einen Facebook Account: International Women’s Association Region Braunschweig. Die Website findet sich unter www.iwa-bs.de Hier finden Sie auch eine Kurzbeschreibung des Settling In. Dies kann selbstverständlich auch ohne Mitgliedschaft erworben werden. Kontakt: E-Mail info@iwa-bs.de oder telefonisch unter +49 172 4138233