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Im Gespräch mit… Thorsten Witt

Sein Haus hat über 500 Veranstaltungen im Jahr. Er arbeitet nicht profitorientiert. Er bringt Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit zusammen. Ich traf den Diplompolitologen und Geschäftsführer der Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH, Thorsten Witt.

Wie finanziert sich das Haus der Wissenschaft?

Das HdW arbeitet im Nonprofit Bereich. Dies hat seine Ursache in den Zielen und Aufgaben: Der Dialog und der Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit sind bei Gründung als Zweck festgelegt worden. Die Finanzierung erfolgt hauptsächlich über Fördermittel und Dienstleistungen, Sponsorings und in Kooperation mit Unternehmen und Verbänden sowie jährliche Beiträge der Gesellschafter, erfahre ich. Gesellschafter sind die Braunschweig Stadtmarketing GmbH für die Stadt, die Technische Universität Braunschweig, der Arbeitgeberverband Region Braunschweig e.V., die ForschungRegion Braunschweig e.V., und die Union Kaufmännischer Verein von 1818 e.V.

Sie waren zuvor in Berlin tätig. Welchen Job hatten Sie dort?

„Ich war in Berlin lange Zeit in der Wissenschaftskommunikation für die bundesweit tätige Einrichtung „Wissenschaft im Dialog“ im Bereich Experimentallabor aktiv. Wenn man die Wissenschaft nach außen tragen will, muss man geeignete Mittel und Wege finden, um die Zielgruppen zu erreichen. Als Politologe ist man vielfältig einsetzbar.“, ergänzt Thorsten Witt schmunzelnd.

Was fasziniert Sie als Politologe an der Wissenschaft?

„Es gibt ja nicht nur die Wissenschaft, sondern es sind die Wissenschaften: Die Vielfalt ist spannend und das Spannungsfeld innerhalb der Disziplinen aber auch zwischen den Wissenschaften, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fasziniert mich. Denken Sie nur mal an das Thema Feinstaubbelastung in den Städten.“

Was haben Sie seit Aufnahme Ihrer Tätigkeit vor einem Jahr verändert?

„Wir wollen den Fokus stärker auf Kinder, Jugendliche und Studierende setzen. Dafür haben wir letztes Jahr zum Beispiel die ersten Hackathons durchgeführt. Das ist eine Veranstaltung, bei der man über 2, 3 Tage verschiedene Akteure zu einem Thema zusammenbringt wie z.B. zu dem Thema Smart City. Das können dann Designer, Stadtplaner, Programmierer, Entwickler sein oder einfach Bürger, die Ideen haben. Wir haben das Format auch zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen durchgeführt. Wir möchten vermehrt Strukturen und Plattformen schaffen. Wir haben auf iTunes und Spotify einen Audio Podcast zusammen mit Campus TV herausgebracht, der monatlich erscheint. Dort gehen wir einmal im Monat in tiefgründige Gespräche mit Vertretern der Wissenschaft und Forschung.“

Was können wir in 2019 an Besonderheiten im Haus der Wissenschaft erwarten?

„Wir wollen dieses Jahr ein neues Format ausprobieren. Wir sind in 2019 auch im Trafo Hub in den Wichmann Hallen aktiv. Der Arbeitstitel lautet bei uns zur Zeit „Marktplatz für Digitalisierung“. Es soll eine Art Speed Dating mit vielen Experten geben, wo in 4 – Augen – Gesprächen für jeweils 20 Minuten ein Austausch stattfinden kann. Wir planen mit 15 bis 20 Tischen und 3 Runden à 20 Minuten. Wenn man bei einer Veranstaltung mal 20 Experten hat, dann kann man damit viele Leute erreichen und Themen breit abdecken. Manche Tische werden mit Mikrophonen verkabelt, damit man sich als Zuhörer mit dem Kopfhörer zuschalten kann. Die Hackathons werden auch fortgesetzt werden.“, sagt Thorsten Witt begeistert.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit – sofern Sie eine haben?

„Ich treffe mich gern mit Freunden, gehe gern gut Essen, verreise sehr gern, fahre gern Ski und schalte privat auch gerne mal das Handy aus.“

Welche Prinzipien würden Sie für das zehnfache Monatseinkommen über Bord werfen?

„Prinzipien passt für mich nicht zusammen mit über Bord werfen. Ich würde keine meiner Vorstellungen für mehr Geld aufgeben.“

Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn man den Inhalt Ihres Gehirns nach Ihrem Tod wie eine Festplatte lesen könnte?

„Da bin ich für den diplomatischen Mittelweg: Anonymisiert wäre ich einverstanden.“, erklärt Thorsten Witt lachend.