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Kinderbetreuung geht auch digital

KidsCircle.io aus Berlin unterstützt Unternehmen und Familien mit digitalen & interaktiven Betreuungsangeboten für Kinder von 4 bis 11 Jahren. Wir sprachen mit der Gründerin Sabine Wildemann,  über den Weg des Startups, die Idee dahinter und warum das „Produkt“ einen echten Mehrwert für Unternehmen bieten.

 

„Unternehmen und deren Mitarbeitende stehen seit 2020 vor besonderen und vollkommen neuen Herausforderungen. Fragen rund um Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie nach Produktivität und Effizienz in neuen hybriden Arbeitsmodellen müssen dringender denn je beantwortet werden“, heißt es auf der Homepage von KidsCircle.io. Tatsächlich ist es so, dass die Arbeit ohne eine geeignete Kinderbetreuung schnell zu einem echten Drahtseilakt wird, das haben viele Eltern in den vergangenen Monaten leidvoll festgestellt. Das war schon vor der Corona der Fall, hat sich nun aber noch einmal drastisch verschärft. Deshalb trifft das Startup um Sabine Wildemann und Co-Founder Felix Kosel wohl auch so genau den Nerv der Zeit.

 

Dann kam Corona

 

„Die Ursprungsidee von KidsCircle war die Schaffung von wohnortnahen, ergänzenden und flexiblen Betreuungsangeboten an vielen Standorten einer Stadt.“, erzählt Wildemann. Gemeinsam spielen, in den Park gehen, Museen besuchen, in der Stadtbibliothek nach neuen Büchern stöbern… das Unternehmen wollte im April an 15 Berliner Standorten mit dieser neuen Form der Betreuung starten. „Es dauert manchmal Monate, bis Eltern einen Platz im Kindergarten finden und da wollten wir für bestimmte Zeitfenster zusätzliche Lösungen für Eltern bieten“, erläutert die Gründerin. Aufgrund der Corona-Pandemie musste dann schnell umgedacht werden – das virtuelle KidsCircle-Haus mit digitalen Beschäftigungsangeboten wurde geboren.

 

„Wir hatten unseren Markteintritt zum 1.4.20 vorbereitet, alle unsere Kids-Coaches und Partner standen in den Startlöchern, doch dann mussten wir Mitte März die Reißleine ziehen. Das war ein drastischer Schritt. Nachdem alles „on hold“ gesetzt wurde, haben wir im Team innerhalb von 2 Wochen Kinderbetreuung neu gedacht und die digitale Kinderbetreuung konzipiert und umgesetzt“, erzählt sie.

 

Ein liebevolles Zusatzangebot

Die Online-Lösung unterstützt Eltern bis zu zwei Stunden pro Tag mit verschiedenen digitalen Zimmern. Die Kids-Coaches überraschen bis zu vier Kinder mit abwechslungsreichen Inhalten in verschiedenen virtuellen Räumen des Hauses. Der Besuch dauert 60 Minuten und eine Anschluss-Betreuung von 30 beziehungsweise 60 Minuten ist online buchbar. Die Kids-Coaches betreuen von Montag bis Sonntag in der Zeit von 8 bis 20 Uhr.

 

Im Fokus steht ein Angebot ohne Leistungsgedanken, soziale Interaktion und viel Zeit für die Kinder. Die Kinder interagieren, kommen ins Gespräch und werden vom jeweiligen Kids-Coach zur Beschäftigung angeregt. Wichtig ist der Gründerin, das es sich um ein ergänzendes Angebot handelt, das weder Kindergarten noch Schule ersetzen kann. Dennoch ist sich Wildemann sicher, dass die aktuelle Situation und das Aussetzen von Präsenzpflicht in Zukunft dazu führen wird, dass es weitere digitale Angebote zur Betreuung geben wird.

 

Bunte, engagierte Mischung

Dem Fachkräfte-Mangel entgeht das Startup damit, dass man gezielt auf Menschen setzt, die bereits mit Kindern arbeiten, aber nicht zwangsläufig eine pädagogische Ausbildung abgeschlossen haben. „Das kann ein Trainer aus dem Sportverein sein oder jemand, der in der Vergangenheit Bastel- oder Malkurse für Kinder angeboten hat. Wir möchten ein Startup aufbauen, das überregional liebevolle Angebote für Kinder schafft, die nah an den Eltern sind und für die es nicht zwangsläufig Menschen mit einer pädagogischen Ausbildung braucht, die aber dennoch auf Erfahrung in der Kinderbetreuung zurückgreifen können.“ Die freiberuflich tätigen Betreuungspersonen durchlaufen einen 5-stufigen Bewerbungsprozess und müssen zusätzlich ein Erweitertes Führungszeugnis sowie ein Ärztliches Attest nachweisen.

 

Interessant als Benefit

Ursprünglich richtete sich das Angebot nur an Eltern, mittlerweile stehen aber mehr und mehr Unternehmen im Fokus, die ihren Mitarbeitenden einen flexiblen Benefit bieten wollen. „In unseren Gesprächen mit Personalverantwortlichen und Familienservices erleben wir täglich, dass die unternehmen händerringend nach Lösungen für ihre Mitarbeitenden suchen. Mittels standardisierter Interviews haben wir im Oktober die Bedarfe der Unternehmen im Bereich Kinderbetreuung ermitteln können und das hilft jetzt bei der konkreten Umsetzung. Die Anwendungsfälle sind dabei so vielfältig wie die Lebensentwürfe der Menschen. Unsere Betreuung kommt z.B. zum Zuge während einer Videokonferenz mit der Chefin, an Schließtagen von KiTa oder Schule oder Eltern greifen z.B. nach Schichtende auf das Angebot zurück, damit die Kinder nicht vor dem TV-Gerät sitzen.“ Auch das Monitoring wird immer weiter ausgebaut. „Es ist uns wichtig zu begleiten, wie die Kinder auf das Angebot reagieren. Nicht für jedes Kind ist eine virtuelle Lösung das passende Angebot und da liegt es auch in unserer Verantwortung, dies an die Eltern zurückzuspielen. Wir wollen den Kindern eine unbeschwerte und schöne Zeit geben, in der Erwachsene Zeit für Austausch und Anregung haben“, so Wildemann abschließend.

 

Unternehmen können Betreuungspakete erwerben und Mitarbeitende können per Gutschein-Code direkt und individuell die passende Betreuung buchen.

Mehr Infos und Kontakt
Kids Circle UG, www.kidscircle.io
info@kidscircle.io