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New Work und das Arbeitsrecht: Tandem-Jobs

Bei Tandem-Jobs arbeiten zwei Mitarbeiter gemeinsam auf einer Stelle. Bekannt ist das auch als Jobsharing. Grundsätzlich sind solche Modelle für Lebensabschnitte super geeignet. Das kann ein Tandem aus zwei Fachkräften sein, die beide in der übrigen Zeit eine Weiterbildung anstreben, die sich um Kinder / Familie kümmern wollen oder einfach ihre Freizeit intensiver für Freunde oder Projekte nutzen möchten.

 

Denkbar sind auch Konstellationen, in denen ein ausscheidender Mitarbeiter mit seinem Nachfolger ein Tandem bildet wie z.B. in der Altersteilzeit. Oder auch umgekehrt – ein Student als Unternehmenseinsteiger mit einem erfahrenen Mitarbeiter zusammen tätig ist. Die Vor- und Nachteile sind vielfältig. Kommen wir zu den Vorteilen: Arbeitnehmer in Arbeitszeitmodellen mit reduzierter Arbeitszeit sind meist zufriedener und haben in der Regel durch die geringere Beanspruchung auch eine geringere Ausfallquote in Form von Krankheit. Als Unternehmer können Sie talentierten Mitarbeitern, die vorübergehend in flexiblen Arbeitszeitmodellen arbeiten wollen, einen Anreiz bieten, im Unternehmen zu verbleiben. Es kann auch eine sehr gute Ergänzung des Knowhows darstellen. Doch es gibt natürlich auch Nachteile: Man muss Mitarbeitende finden, die auch vom Arbeitsstil her matchen.
Auf das Aufspüren solcher Talente haben sich mittlerweile einige Firmen spezialisiert. Sie können Ihnen die teilweise mühevolle Suche abnehmen und machen dabei neben dem fachlichen auch gleich noch den Persönlichkeitscheck.

 

Bei tagesübergreifenden Fragen ist ein erhöhter Abstimmungsaufwand notwendig. Bei Kundenkontakten wechselt im Laufe des Tages der betriebsinterne Ansprechpartner. Das kann zu Informationsverlusten führen und beim Kunden zu Unmut, weil er Fakten mehrfach erläutern muss. Und: Was ist, wenn einer vom Tandem sich weiterentwickeln will und der andere nicht? Was, wenn ein Part durch Krankheit längere Zeit ausfällt? Und da kommen dann auch die Grenzen des Kündigungsschutzgesetzes zum Tragen: Ein Doppelkündigungsrecht gibt es nicht. Sprich: Wenn einer vom Tandem-Job das Handtuch wirft, kann man den anderen deshalb noch lange nicht kündigen. Und selbst wenn man das vertraglich regeln würde, wäre es unwirksam. Denn Kündigungsgründe können nicht wirksam vereinbart werden! Aber ganz ohne rechtliche Rahmenbedingungen steht man als Arbeitgeber auch nicht da. § 13 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) regelt old schoolmäßig die „Arbeitsplatzteilung“. Und der Gesetzgeber hat auch den Verhinderungsfall bedacht, normiert er in Absatz 1 doch gleich die Verpflichtung des anderen Arbeitnehmers zur Vertretung. Und auch das „Doppelkündigungsrecht“ ist durch § 13 Absatz 2 TzBfG explizit ausgeschlossen