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Sozialministerin lobt Berufsbildungszentrum der Lebenshilfe Braunschweig

Fachwissen erwerben, manuelle Fertigkeiten erlernen, Zertifikate für bestimmte Module des Ausbildungszweig erhalten, Arbeitsfelder in Unternehmen und Firmen kennenlernen, im Team Aufgaben und Verantwortung übernehmen oder zum ersten Mal im Leben sich mit Sprache ausdrücken, weil der Talker als kleines elektronisches Hilfsmittel neue Formen des Ausdrucks ermöglicht… 

Sehr schnell und sehr anschaulich wurde klar, um was es im Berufsbildungszentrum der Lebenshilfe Braunschweig geht: jungen Menschen mit Beeinträchtigung Perspektiven und Wege in ein anregendes und passendes Arbeitsleben zu eröffnen. „Hier gibt es großartige Chancen, Berufe zu erlernen und auszuüben. Ob Werkstatt oder allgemeiner Arbeitsmarkt: So geht volle Teilhabe – im persönlichen wie beruflichen Umfeld“, zeigt sich Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann beeindruckt. 

Anlass für ihren Besuch in dem modernen Gebäude der Lebenshilfe Braunschweig ist die „Woche der beruflichen Bildung“. Damit setzt die Niedersächsische Landesregierung erstmals ein Zeichen, an der sich Ministerpräsident Stephan Weil, Kabinettsmitglieder sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre beteiligen. 

„Wir haben in unserem Berufsbildungszentrum Lernkonzepte gut weiterentwickelt und arbeiten heute nach Rahmenlehrplänen und vor allem mit zertifizierten Bildungsbausteinen“, betont Geschäftsführer Detlef Springmann. „Auch mit den Abschlüssen in diversen Helfer-Berufen haben wir ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht. Hier bringen sich zahlreiche Menschen mit Beeinträchtigung als Küchen- oder Alltagshelfer im Schulcatering, in Senioren- oder Kindertagesstätten ein. Arbeitsfelder wie Gartenbau oder Hausmeisterhelfer gehören als erfolgreiche Beispiele ebenfalls dazu.“ 

Auch später, mitten im Berufsleben, gebe es immer wieder Möglichkeiten, sich weiter zu bilden und zu qualifizieren – lebenslanges Lernen sei heute für Menschen mit Beeinträchtigung schon eine Selbstverständlichkeit, zum Beispiel mit einem Schweißzertifikat, dem Gabelstaplerführerschein oder einer EDV-Schulung. 

Beeindruckt zeigte sich die Sozialministerin von dem guten Netzwerk der Lebenshilfe Braunschweig zu zahlreichen und vor allem vielfältigen Arbeitgebern. Projekte wie der bereits mehrfach prämierte „Seitentausch“ mit der MAN Truck & Bus, MAN Academy Salzgitter, Praktikumsoptionen und ausgelagerte Arbeitsplätze wie beim direkten Nachbarn Hornbach oder auch das Budget für Arbeit. 

„Hier beweist die Lebenshilfe Braunschweig, dass Arbeit für Menschen mit Beeinträchtigung schon lange nicht mehr nur bedeutet, in einem Werkstattgebäude zu arbeiten. Doch der externe Arbeitsplatz und der neue Mitarbeitende mit Beeinträchtigung müssen zueinander passen und gut begleitet werden. Das leistet die Lebenshilfe Braunschweig mit ihrer Ausbildung und ihrem Fachdienst Betriebliche Integration auf innovative und hervorragende Weise.“ 

Das Berufsbildungszentrum der Lebenshilfe Braunschweig orientiert sich mit seinen Angeboten für Menschen mit Beeinträchtigung an den regulären Ausbildungen des allgemeinen Arbeitsmarktes. „Im Sinne einer Produktionsschule werden möglichst viele Ausbildungsschritte und Fertigkeiten an tatsächlich vorhandenen Aufgaben umgesetzt – ein Ansporn also, wenn das Ergebnis auch jemandem nutzt“, erklären Bereichsleiter Ulrich Semmler und Frank Rogalski, verantwortlich für das Berufsbildungszentrum. 

Bauherr und Vereinsvorsitzender Dr. Hans-Joachim Beinroth betont: „Wir machen Mut. Wir bieten Struktur und Assistenz an. Und wir sind da, wenn die Schule zu Ende und man fragt: was nun? Wir bieten diesen jungen Menschen Möglichkeiten und Wege.“

Foto: Merve Mede aus dem Berufsbildungszentrum der Lebenshilfe Braunschweig überreicht Sozialministerin Carola Reimann ein Arbeitsergebnis im Team Hauswirtschaft: frisch gebackene Kekse. Foto Elke Franzen_oh