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Thieme – 120 Jahre und kein bisschen leise

120-jähriges Jubiläum feiert die Thieme GmbH & Co. KG Anfang September 2018 – damit gehört die Firma von der Jahresanzahl her durchaus in die Kategorie „Traditionsunternehmen“ – traditionell geht es in Wolfsburg aber eher nicht zu. Mit eigenen Online-Tools, den neuesten Technick-Gimmicks auf den Baustellen, einem eigenen Facebook-Kanal und dem Markenrelaunch zeigt sich: Digitalisierung kann ein Unternehmen richtig nach vorn bringen, wenn man es gut anpackt.

 

So fing es mal an – Betrieb in der Kupferschmiede

Natürlich kommt so etwas nicht von ungefähr. Das Unternehmen, das 1898 in Aschersleben als Kupferschmiede begründet wurde, verfolgt einen klaren Plan. Den haben die Geschäftsführer Reinhard Klauenberg und Stefan Griesemann, sowie ihr Prokurist Maximilian Nadjib, schon vor einigen Jahren erstellt.

 

„2014 haben wir uns eine neue Strategie erarbeitet. Wir haben ganz klar festgelegt, wo wir hinwollen und was die Ziele sind. Es gab einen Markenrelaunch, ein neues Outfit, mehr Arbeitssicherheit, ein Gesundheitsmanagement, es wurde mehr für die Mitarbeiter-Bindung getan und wir treten offensiver nach außen auf“, erklärt Griesemann.

 

Der Hintergrund für dieses Umdenken? „Man kann natürlich über schlechte Auftragslagen und fehlende Fachkräfte jammern oder man tut etwas, um das Unternehmen und die Ausbildungsplätze attraktiv zu machen. Wir haben uns einfach dazu entschieden noch aktiver zu werden“, führt Klauenberg aus.

 

Oft seien es Details, die den Unterschied ausmachen könnten. Die Busse des Unternehmens erstrahlen in neuer, traditionsreicher Optik, es gibt Erfahrungsberichte auf Facebook mit den Azubis, etwas zur bewegten Firmengeschichte mit historischen Bildern, den Talentpool, der gute Leistungen in der Ausbildung honoriert und Türen öffnen kann, eine Werkzeuge-Flatrate, mit der sichergestellt ist, dass es alle zwei Jahre die neusten Modelle für die Monteure gibt.

 

In den letzen Jahren gab es zudem ganz konkrete Digitalisierungs-Projekte: Es wurden ein Badkalkulator sowie ein Heizungskalkulator entwickelt, die online genutzt werden können. Heizungsanlagen können über eine App gesteuert werden. Einmal in der Firma aufgeschaltet, weiß man bei Thieme oft vor dem Endkunden, wenn etwas nicht stimmt.

 

2017 wurde Thieme sogar als Top-Innovator ausgezeichnet. „Dazu kommt das Planen und Arbeiten mit 3-D-Modellen – sämtliche Änderungen kann man sofort sehen. Das Modell lebt über die ganze Bauphase, alles kann direkt ausgeworfen werden. Einen Zollstock braucht man nicht mehr und bei den alltäglichen Arbeiten ist das Tablet nicht mehr wegzudenken. Gerade auch, weil der Bereich Smarthome immer weiter wächst. Bei den Neubauten ist das eigentlich schon Standard“, verrät Klauenberg. Angst, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze vernichten könnte, brauche keiner haben. „Sicherlich werden sich die Bereiche verschieben, in denen man Personal braucht, vielleicht mehr Projektassistenz und dafür weniger Buchhaltung, aber gut ausgebildete Mitarbeiter werden wir weiterhin im großen Maße beschäftigen“, sagt Nadjib.

 

Stellt sich am Ende die Frage, ob sich der Aufwand lohnt und gelohnt hat? „Wir werden in der Branche auch hin und wieder einmal belächelt, aber der Erfolg spricht für sich. Wir konnten unsere Markenbekanntheit deutlich steigern, haben durch die Platzierung im Azubi-Guide der Stadt Wolfsburg, unseren Relaunch und die Social Media Auftritte deutlich mehr Bewerbungen als davor.
Dazu ist die Auftragslage in der Region sehr gut. Der Auftragsvorlauf für Großaufträge liegt im Sommer 2019. Dazu kommt dann noch das Tagesgeschäft“, berichtet Klauenberg.

 

Stillstand ist natürlich trotz 120 Jahren und Erfolg weiterhin kein Thema. Überlegungen, wie man die VR-Technik und 3-D-Planung noch intensiver nutzen könnte, sind schon gemacht…

 

Über Thieme:

Seit 2001 ist die Stadtwerke Wolfsburg AG Mehrheitseigner der Firma. In der Region und auch in Hamburg, Hannover oder Berlin kümmern sich die 120 Mitarbeiter und 20 Auszubildende um alles, was mit Kälte, Klima, Lüftung, Heizung, Sanitär und Planung zu tun hat.