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Vorkehrungen im Betrieb vor Wiederaufnahme der Tätigkeit

Viele Betriebe fragen sich gerade, welche Maßnahmen sie einleiten müssen, um bei einem Restart des Betriebs oder eine Rückkehr von Mitarbeitern aus dem Homeoffice ausreichende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Die Personalleiterin von Plastic Omnium gibt hier einen praktischen Einblick über die ergriffenen Maßnahmen.

 

Petra Hadamla ist Personalleiterin bei Plastic Omnium im Werk Reinstorf. Das börsennotierte französische Unternehmen im Mehrheitsbesitz der Gründerfamilie hat die Herstellung, Lackierung und Montage von Stoßfängern zum Firmengegenstand. Beschäftigt sind ca. 700 Arbeitnehmer und der Betrieb befindet sich aktuell in Kurzarbeit.

 

Die Planungen, die Tätigkeit im Werk wiederaufzunehmen, laufen auf Hochtouren und in vielfach in Abstimmung mit dem Betriebsrat. Denn viele HR Regelungsgegenstände betreffen den mitbestimmungspflichtigen Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer. Doch woran ist alles zu denken?

 

Die To – Do – Liste des „Safe Restart (think safe – work safe – be safe) ist lang …Hier ein paar Eckpunkte:

 

  • Neben der Stempeluhr sollen die Desinfektionsmittel stehen.
  • Im Bürobereich sollen Handys und Tastaturen mit Desinfektionstüchern mindestens einmal täglich desinfiziert werden.
  • Die Benutzung der Klimaanlage wird auf ein Minimum reduziert, um der Verbreitung von eventuellen Viren entgegen zu wirken.
  • In der Produktion ist angedacht, den Mehrschichtbetrieb so zu gestalten, dass nicht alle Schichten gleichzeitig beginnen und der Kontakt zwischen den Mitarbeitern weitgehenst minimiert wird. Daher ist ein Zeitversatz zwischen den Abteilungen von 15 Minuten geplant, damit sich möglichst wenig Mitarbeiter begegnen. Auch werden die Arbeitsplätze bei Schichtübergabe sorgfältig gereinigt und desinfiziert.
  • Alle Arbeitsplätze werden im Hinblick auf den Mindestabstand kontrolliert und durch ein Markierungen gekennzeichnet. Schutzausrüstung wie Brillen, Mundschutz und Schutzhandschuhe sollen genutzt werden.
  • Die Pausenräume sollen so genutzt werden, dass die Pausen zeitversetzt stattfinden. In Pausenräumen und Besprechungsräumen muss mindestens 1 freier Stuhl zwischen den Mitarbeitern sein und Mitarbeiter dürfen sich auch nicht direkt gegenübersitzen. Besprechungsräume sollen 15 Minuten vor der Benutzung gelüftet werden.
  • Die Waschkauen bleiben geschlossen. Die Toiletten werden alle 2 Stunden desinfiziert.
  • Der Umgang mit Risikogruppen muss geregelt werden. Die Werkskantine bleibt bis auf weiteres geschlossen. Ankommende Pakete dürfen erst nach 3 Stunden weiterbearbeitet werden. Sofern dies nicht möglich ist, müssen Schutzhandschuhe getragen werden.
  • Die Mitarbeiter sollen vor Arbeitsaufnahme Verhaltensschulungen über vorbeugende Schutzmaßnahmen erhalten. Dies wird durch Videos (Hygiene Regeln, Richtiges Händewaschen, Tragen von Schutzmasken) und ein Lernquiz begleitet. Das Training soll, wenn erforderlich, in verschiedenen Sprachen stattfinden, damit auch Mitarbeiter mit Migrationshintergrund vollumfänglich informiert sind. Im Betrieb werden die Verhaltensregeln zur Vermeidung einer Corona Infektion an zentralen Stellen mindestens in Deutsch und Englisch ausgehangen.
  • Das Management Team ist für die Einhaltung der Regeln verantwortlich und führt regelmäßige Audits an den Arbeitsplätzen durch.
  • Besuchern ist das Betreten nur in zwingend notwendigen Fällen gestattet.
  • LKW-Fahrer, die das Werk beliefern müssen die vorgeschriebene Schutzausrüstung tragen und müssen sich ebenfalls an die Vorschriften halten.
  • Auch Mitarbeiter, die eine Bürotätigkeit haben, müssen die vorgeschriebene Schutzmaßnahmen beachten und einhalten.