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Wie geht’s der Veranstaltungsbranche – FAIRWORX im Interview

Zu Beginn wäre es toll, wenn ihr euch einfach kurz vorstellt. Wer seid ihr und was macht ihr? 

Hallo, mein Name ist Katja Karl, Geschäftsführerin von FAIRWORX. Seit 1999 unterstützen wir unsere Kunden mit ganz viel Herzblut und Engagement bei den unterschiedlichsten Events. Das ist beispielsweise der Messeauftritt, das Firmenjubiläum, die Tagung, das Gala-Event oder auch die Mitarbeiterparty und was sonst noch so anfällt.  Auch das Brautpaar ist bestens bei uns aufgehoben und kann zwischen drei festen Locations wählen oder einfach die eigene Scheune oder den Garten zur Verfügung stellen.

 

Am Anfang der Corona-Krise schien es fast so, als hätte die Politik noch nie von „dieser Veranstaltungsbranche“ gehört. Wie habt ihr das wahrgenommen? 

Ja, das war wirklich erschreckend für uns. Als sechstgrößter Wirtschaftszweig mit über 1 Mio. Beschäftigten hat uns niemand gehört und wahrgenommen. Erst mit dem Bündnis #AlarmstufeRot, der NIGHT of Light und der großen Demo am 9.9.20 in Berlin kam Bewegung in die Sache. Es war schon ein sehr emotionaler Moment, als ich symbolisch unser letztes Hemd vor den Reichstag abgelegt habe.

 

Dann war lange Zeit einfach nichts zu machen, wie habt ihr es dennoch geschafft aktiv dabei zu bleiben, was hat euch motiviert, wie habt ihr generell über die Zeit geschafft? 

Also die ersten Wochen waren wir wie in Trance und gerade wenn ein Funke Hoffnung „jetzt geht es bestimmt wieder los“ aufflammte, erstickte die Flamme schnell wieder. Als das neue Jahr anbrach, wurde ich unruhig und es kribbelte in den Fingern. Wir wollten wieder Events machen – Energie getankt hatten wir jetzt genug. Die Motivation kam wieder und wir bereiteten uns im Frühjahr auf unseren ReStart vor.

 

Welche Erfahrungen habt ihr mit Alternativen zu Präsenzveranstaltungen gemacht?

Unser Herz schlägt für Präsenzveranstaltungen. Ich bin der Meinung, Menschen müssen sich live treffen, sich austauschen, am Stehtisch netzwerken oder zusammen ein Bier trinken. Gut, dass es Hybrid Events gibt – wir sind lieber „in echt“ dabei.

 

Was bedeutet die Digitalisierung für die Kultur- und Eventbranche aus eurer Sicht, habt ihr da Erfahrungen gemacht?

Wie in vielen anderen Bereichen auch, hat das Thema Digitalisierung endlich einen neuen Stellenwert bekommen und auch wir profitieren davon. Unsere neue Personalmanagement-Software ist gerade bei uns eingezogen. Allerdings hatten wir auch schon davor ein tolles Programm zur digitalen Verwaltung unserer ganzen Daten. Unser wunderbarer FAIR-Manager, den wir selber vor 15 Jahren mit einem Freund programmiert haben, konnte genau die Dinge, die wir brauchten. Hier lief bei uns also schon vor 15 Jahren alles digital und wir sind ein bisschen wehmütig, ihn in Rente zu schicken. Verdient hat er es auf jeden Fall. Sonst würde ich sagen, sind wir up to date.

 

Wie schaut ihr jetzt nach vorne, was ist für die kommenden Monate geplant, was erwartet ihr? Die Politik verspricht es wird keinen Lockdown mehr geben, aber wie seht ihr die Perspektiven?

Wir haben erstmal unsere Agenturräume umgestaltet, aufgeräumt und aussortiert. Unsere Fahrzeuge haben eine neue Optik erhalten und wir haben zwei tolle Marketing-Spots gedreht  bei Interesse einfach mal anklicken ), unseren Social-Media Kanäle mehr Aufmerksamkeit geschenkt und neue Eventkonzepte erarbeitet. Ideen haben wir genug und wenn wir überzeugt sind, schreitet die Umsetzung relativ schnell voran. Und ganz wichtig: Wir freuen uns über unseren neuen FAIRWORX Azubi und eine neue Position im Bereich Projektleitung ist in Planung.

 

Ich vermute, dass es so richtig erst im Frühjahr 2022 los geht. Einige gebuchte Veranstaltungen haben wir schon in der Tasche und darüber freuen wir uns riesig. Auch unsere Bestandskunden haben die ersten Konzepte angefragt und Wunschtermine geblockt. Wie sich unser Messegeschäft entwickeln wird, wird sich zeigen. Wir sind positiv und lassen uns jedenfalls nicht so leicht unterkriegen. Ich gehe nicht davon aus, dass es einen erneuten Lockdown geben wird. Wir brauchen jetzt von der Politik ein echtes Zeichen, ab wann wir wieder ohne große Einschränkungen loslegen können. In unserer Branche ist ein gewisser Vorlauf einfach nötig. Ein halbes Jahr Vorbereitung ist manchmal schon sehr knapp und wenn wir tatsächlich über Frühjahr 2022 sprechen, muss es langsam losgehen. Wir stehen jedenfalls in den Startlöchern!

 

Vielleicht zum Abschluss – die ersten Firmen planen jetzt ihre Weihnachtsfeiern, vielleicht habt ihr schon konkrete Idee, was man coronakonform machen könnte? Der ein oder andere freut sich sicher über Anregungen und einen Kontakt zu euch.

Es muss ja nicht gleich die ganz große Weihnachtssause sein. Unser Hüttenzauber im Firmen-Innenhof mit Feuerzangenbowle, Gänsebraten und gebrannten Mandeln geht auch coronakonform. Wir brauchen doch unsere Mitarbeiter, Kollegen und Weggefährten endlich wieder „live und in Farbe“ und außerdem ist es eine schöne Möglichkeit, DANKE zu sagen und vielleicht auch das Homeoffice zu beenden.